Firmennachrichten

23. Juni 2015 — Firmennachrichten

Boehlerit produziert Hartmetalle ausschließlich mit konfliktfreien Rohstoffen

Freiwillige Verpflichtung wird kompromisslos umgesetzt

Eine ethisch vertretbare Material- respektive Rohstoffbeschaffung gehört schon seit vielen Jahren zu den wesentlichen Inhalten der Compliance-Kultur, die von der Unternehmensleitung bei Boehlerit vermittelt wird. „Die Wahrung der Menschenrechte ist uns bei der Beschaffung von Rohstoffen, angesichts verachtungswürdiger Vorgänge in einigen Herkunftsregionen, ein besonderes Anliegen“, betont Geschäftsführer Johann Werl.

Spätestens seit um das Jahr 2000 durch den Boom der Handyindustrie der Preis für Coltan enorm anstieg, blüht in der von jahrelangen Kriegen und internen Konflikten destabilisierten Demokratischen Republik Kongo sowie in den benachbarten Regionen, der illegale Abbau und die illegale Ausfuhr von Rohstoffen. Dazu zählt neben Coltan (Tantal) im Wesentlichen Zinn und Gold sowie das für die Herstellung von Hartmetallen benötigte Wolfram.

„Wir verurteilen entschieden, die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und gleichzeitig, dass mit den illegalen Rohstoff-Geschäften Rebellengruppen ihre Milizen finanzieren“, erklärt Werl: „Deshalb haben wir uns verpflichtet, ausschließlich sogenannte konfliktfreie Rohstoffe zu erwerben und zu verarbeiten. Damit wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, die Finanzierung der Konfliktparteien im Kongo auszutrocknen.“

Als einen bedeutenden Meilenstein auf internationaler Ebene sieht Werl den 2010 in den USA verabschiedeten Dodd-Frank Act, konkret dessen Abschnitt 1502. Das US-Gesetz H.R. 4173 „Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act“, kurz DFA, änderte in Folge der Finanzmarktkrise von 2007 umfassend das Finanzmarktrecht der Vereinigten Staaten. Es umfasst 15 Titel, darunter auch die Section 1502 „Conflict Minerals“, die alle Unternehmen, welche an der US-Börse gelistet sind verpflichtet, jährlich an die US Security and Exchange Commission (SEC) zu berichten, ob zur Herstellung oder Funktionalität ihrer Produkte sogenannte Konfliktmineralien entlang der Lieferkette eingesetzt werden. Als Konfliktmineralien werden darin die bereits genannten Rohstoffe Tantal, Zinn, Wolfram und deren Derivate sowie Gold bezeichnet, die aus der Demokratischen Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia oder Angola stammen. Das Ziel ist nachzuweisen, dass die Rohstoffe, die in einem Produkt eingesetzt werden, nicht zur Finanzierung von bewaffneten Gruppen der genannten Länder beitragen.

„Als europäisches Unternehmen fallen wir zwar nicht direkt in den Anwendungsbereich dieses Gesetzes. Dennoch unterstützen wir diese Bemühungen konsequent“, bestätigt Werl. Dies bedeutet auch, dass Boehlerit nach den Leitlinien zur Sorgfaltspflicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) handelt und die Europäische Konfliktmineralien-Initiative unterstützt. Letztere sieht eine freiwillige Selbstzertifizierung von Importeuren vor, die diese Metalle oder ihre Erze in die Europäische Union (EU) einführen. Zur Unterstützung der teilnehmenden Betriebe plant die EU die jährliche Veröffentlichung einer Liste der in der EU und weltweit tätigen „verantwortungsvollen Hütten und Raffinerien“.

Zur Erleichterung des Informationsaustausches bezüglich des Herkunftslandes und der verarbeitenden Schmelzen bzw. Raffinerien der Mineralien innerhalb der Lieferkette, nutzt Boehlerit das Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) der Conflict Free Sourcing Initiative (CFSI). Die CFSI ist eine Initiative der Organisationen EICC und GeSi. EICC steht für Electronic Industry Citizenship Coalition, einem Zusammenschluss der weltweit führenden Elektrounternehmen und GeSI für Global e-Sustainability Initiative, die aus Unternehmen und Organisationen der Informations- und Kommunikationsbranche aus der ganzen Welt geformt wird. Das Vorzeigeprojekt der CFSI ist das Conflict Free Smelter Program (CFS). Dabei können Schmelzen, die Zinn, Gold, Tantal und Wolfram verarbeiten das Zertifikat „konfliktfrei“ erhalten. Dazu führt eine unabhängige dritte Institution sowohl eine Analyse der Materialien als auch der Geschäftsprozesse durch. Hier wird überprüft, ob das Unternehmen nachweisen kann, dass sämtliche verarbeitete Materialien aus konfliktfreien Quellen stammen. Das Ergebnis der Evaluierung kann von den Unternehmen zur Erfüllung ihrer Audit-Pflichten im Rahmen der OECD Leitlinien verwendet werden. Eine Liste aller als konfliktfrei zertifizierten Schmelzen wird vierteljährlich von der EICC und der GeSi veröffentlicht.

So gehört Boehlerit nicht nur technologisch zu den Pionieren und weltweit führenden Herstellern von Schneidstoffen aus Hartmetall für Werkzeuge zur Metall-, Holz- und Kunststoffbearbeitung, sondern auch ethisch.

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